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Das ändert sich auf dem Augsburger Stadtmarkt
#11
(29.08.2019, 10:12)Klartexter schrieb: In der Viktualienhalle sind zwei Stände frei, ich habe mich mal im Juni nach den Konditionen erkundigt. Die Standmiete ist relativ günstig für die Innenstadt, von daher wäre es durchaus interessant. Aber man muss den Stand täglich außer Samstag mindestens von 9 bis 17 Uhr geöffnet halten, am Samstag von 8 bis 14 Uhr. Das bedeutet, dass man wöchentlich mindestens 46 Stunden geöffnet haben muss. Da aber außer Imbissläden kaum jemand seinen Stand um 17 Uhr schließt, da dann ja noch eventuelle Kunden unterwegs sind, dürfen Sie nochmal 5 Stunden hinzurechnen. Dann sind Sie bei 51 Stunden in der Woche.

Eine Aushilfe bekommen Sie kaum unter 15 Euro Stundenlohn, da man als Arbeitgeber aber ja auch seinen Anteil zur Sozialversicherung leisten muss, dem Arbeitnehmer auch Urlaub zusteht, rechnet man zu jedem Euro Lohn in etwa noch 80 Cent Lohnnebenkosten hinzu. Das würde dann bedeuten, dass Sie mit etwa 27 Euro pro Stunde für den Mitarbeiter rechnen müssen. Es dürfte auch hinreichend bekannt sein, dass speziell Lebensmittel hier in Deutschland keine hohen Margen für den Einzelhandel abwerfen. Unter dem Gesichtspunkt müssen relativ hohe Umsatzzahlen erreicht werden, um jemand zu beschäftigen.

Ich habe Abstand davon genommen, obwohl ich gerne meinen Kunden im Stadtzentrum eine Einkaufsmöglichkeit gegeben hätte. Aber ich habe das Beschicken von Dulten und Messen, die etwa 100 Arbeitstage bedeuteten, nicht aufgegeben, um nun 300 Arbeitstage zu haben. Ergo bräuchte ich mindestens zwei Verkäufer/innen, damit der Stand täglich besetzt ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass Montag bis Mittwoch auf dem Stadtmarkt eher umsatzschwache Tage sind, die Kosten aber trotzdem entstehen, dann ist es sehr fraglich, ob man da noch ein Plus erwirtschaftet. Ich habe mit einigen Kollegen dort gesprochen, alle stehen mit der Familie in den Ständen, weil man zum einen kaum jemand bekommt, der da arbeiten will und zum anderen wäre der auch zu teuer. Ist Ihre Frage damit beantwortet?
Vorausschicken möchte ich, dass ich mit den Öffnungszeiten im Stadtmarkt einverstanden bin.
Mit Interesse habe ich die Modalitäten zur Betreibung eines Standes in der Viktualienhalle gelesen, die aber ganz offensichtlich nicht für alle Beschicker gelten. Vielleicht ist das Marktamt auch zu Kompromissen bzgl. der Öffnungszeiten bereit, wie Sie schon selber sagten ist es nicht ganz einfach entstandene Lücken zu schließen. Ich würde da nicht so schnell aufgeben.
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#12
(29.08.2019, 10:12)Klartexter schrieb: In der Viktualienhalle sind zwei Stände frei, ich habe mich mal im Juni nach den Konditionen erkundigt. Die Standmiete ist relativ günstig für die Innenstadt, von daher wäre es durchaus interessant. Aber man muss den Stand täglich außer Samstag mindestens von 9 bis 17 Uhr geöffnet halten, am Samstag von 8 bis 14 Uhr. Das bedeutet, dass man wöchentlich mindestens 46 Stunden geöffnet haben muss. Da aber außer Imbissläden kaum jemand seinen Stand um 17 Uhr schließt, da dann ja noch eventuelle Kunden unterwegs sind, dürfen Sie nochmal 5 Stunden hinzurechnen. Dann sind Sie bei 51 Stunden in der Woche.

Eine Aushilfe bekommen Sie kaum unter 15 Euro Stundenlohn, da man als Arbeitgeber aber ja auch seinen Anteil zur Sozialversicherung leisten muss, dem Arbeitnehmer auch Urlaub zusteht, rechnet man zu jedem Euro Lohn in etwa noch 80 Cent Lohnnebenkosten hinzu. Das würde dann bedeuten, dass Sie mit etwa 27 Euro pro Stunde für den Mitarbeiter rechnen müssen. Es dürfte auch hinreichend bekannt sein, dass speziell Lebensmittel hier in Deutschland keine hohen Margen für den Einzelhandel abwerfen. Unter dem Gesichtspunkt müssen relativ hohe Umsatzzahlen erreicht werden, um jemand zu beschäftigen.

Ich habe Abstand davon genommen, obwohl ich gerne meinen Kunden im Stadtzentrum eine Einkaufsmöglichkeit gegeben hätte. Aber ich habe das Beschicken von Dulten und Messen, die etwa 100 Arbeitstage bedeuteten, nicht aufgegeben, um nun 300 Arbeitstage zu haben. Ergo bräuchte ich mindestens zwei Verkäufer/innen, damit der Stand täglich besetzt ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass Montag bis Mittwoch auf dem Stadtmarkt eher umsatzschwache Tage sind, die Kosten aber trotzdem entstehen, dann ist es sehr fraglich, ob man da noch ein Plus erwirtschaftet. Ich habe mit einigen Kollegen dort gesprochen, alle stehen mit der Familie in den Ständen, weil man zum einen kaum jemand bekommt, der da arbeiten will und zum anderen wäre der auch zu teuer. Ist Ihre Frage damit beantwortet?

Es geht m. E. weniger um die Länge, als um den Timeslot als solchen. Warum muss von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein? Da sind "normale" Menschen in der Arbeit. Besser wäre von 11:00 Uhr Mittag bis 20:00 Uhr. Dann kann man das Geschäft mit dem Mittagessen und dem Abendessen mitnehmen und die Leute haben Zeit, nach der Arbeit noch etwas zu kaufen. Wer schlendert denn vor der Arbeit in Ruhe über einen Markt? Sicher nicht die Mehrheit.

Die gleiche Unsitte herrscht übrigens bei Flohmärkten. Da steht man am besten um 04:00 Uhr morgens auf, weil um 11:00 die ersten schon wieder einpacken. Bei uns gibts ab und an einen Nachtflohmarkt, den finde ich wirklich klasse.

Martin
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#13
(29.08.2019, 19:31)Martin schrieb: Es geht m. E. weniger um die Länge, als um den Timeslot als solchen. Warum muss von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein? Da sind "normale" Menschen in der Arbeit. Besser wäre von 11:00 Uhr Mittag bis 20:00 Uhr. Dann kann man das Geschäft mit dem Mittagessen und dem Abendessen mitnehmen und die Leute haben Zeit, nach der Arbeit noch etwas zu kaufen. Wer schlendert denn vor der Arbeit in Ruhe über einen Markt? Sicher nicht die Mehrheit.

Die gleiche Unsitte herrscht übrigens bei Flohmärkten. Da steht man am besten um 04:00 Uhr morgens auf, weil um 11:00 die ersten schon wieder einpacken. Bei uns gibts ab und an einen Nachtflohmarkt, den finde ich wirklich klasse.

Martin

Haben Sie nicht gelesen, wann die Markthändler vom Großmarkt München mit der Ware zurück kommen?
Sollen die in der Zeit bis zu der Ihnen genehmen ...    ja was wohl?

Meine Mutter ist vor -zig Jahren schon frühzeitig zum Markt geradelt,
wenn das Eingeweckte etc. vom vorigen Jahr, der Kartoffelkeller
- aus dem eigenen Schrebergarten, aufgebraucht war.
Hausfrauen, Elternteilzeitler gehen auch früh zum Markt, wenn der Salat noch "taufrisch."

Soll man auf die Hanseln warten, die aus dem Büro kommend, einen Cappu schlürfen wollen,
den Blumenstrauß für die Angebetete eh erst am Feierabend abholen, eher keinen....sonst aber nix?

Das Bewährte über Jahrzehnte muss wirklich nicht geändert werden.
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#14
(29.08.2019, 19:31)Martin schrieb: Es geht m. E. weniger um die Länge, als um den Timeslot als solchen. Warum muss von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein? Da sind "normale" Menschen in der Arbeit. Besser wäre von 11:00 Uhr Mittag bis 20:00 Uhr. Dann kann man das Geschäft mit dem Mittagessen und dem Abendessen mitnehmen und die Leute haben Zeit, nach der Arbeit noch etwas zu kaufen. Wer schlendert denn vor der Arbeit in Ruhe über einen Markt? Sicher nicht die Mehrheit.

Die gleiche Unsitte herrscht übrigens bei Flohmärkten. Da steht man am besten um 04:00 Uhr morgens auf, weil um 11:00 die ersten schon wieder einpacken. Bei uns gibts ab und an einen Nachtflohmarkt, den finde ich wirklich klasse.

Martin

Nun ja, Martin, die Obst- und Gemüsehändler auf dem Stadtmarkt müssen morgens um 3 Uhr nach München, um dort in der Großmarkthalle frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Die Ware muss dann nach Augsburg gebracht werden und in den jeweiligen Ständen platziert werden. Der Händler hat also schon 5 Stunden Arbeit hinter sich, bevor das eigentliche Marktgeschäft beginnt. Nun sind ja nicht nur Obst- und Gemüsehändler aufdem Stadtmarkt, die Bäcker zum Beispiel dürfen da bereits ab 6 Uhr (da wird der Markt aufgesperrt) ihre Ware verkaufen. Dann gibt es diverse Imbissgeschäfte, die machen ihr Geschäft nur zwischen halb zwölf und zwei Uhr.

Und ganz deutlich: Wer nur über einen Markt "schlendern" will, der kann nicht als Alibi für längere Öffnungszeiten herhalten. Denn der Schlenderer bringt kein Geld in die Kasse von Händlern, er trinkt vielleicht ein Glas Sekt oder futtert eine Wurst, aber davon hat der Warenhandel rein gar nichts. Auf der Auer Dult in München hat man einige Jahre mal im Sommer die "lange Dultnacht" am Freitag gemacht, um neues Publikum zu gewinnen. Da waren dann Musikanten, Feuerschlucker und Clowns dabei, die ein Rahmenprogramm boten. Die Dult schließt dort normalerweise um 20 Uhr, bei der langen Nacht war erst um 23 Uhr Schluss. Ich habe um 20 Uhr meine Einnahmen gezählt und dann um 23 Uhr wieder, die Summen waren jedesmal identisch. Dafür "durfte" ich mir dann in München ein Hotelzimmer für knapp 100 Euro nehmen, weil der letzte Zug nach Augsburg um 23:11 Uhr ging und für mich nicht mehr erreichbar war.

Die Einzigen, die tatsächlich ein Geschäft machten, waren Imbiss- und Süßwarenstände. Nach einigen Jahren hat man die Sache wieder eingestellt, weil immer mehr Händler gemurrt haben. Ich weiß nicht, warum einige Zeitgenossen glauben, für ihr Vergnügen hätten andere Menschen kein Anrecht auf ein Privatleben. Als ich noch den Christkindlesmarkt beschickte, habe ich morgens um 9 Uhr den Stand betreten, Abfall entsorgt, Ware ausgepackt und den Stand für den Tag vorbereitet. Zuvor habe ich aber zuhause schon eine Stunde Ware hergerichtet, Bestellungen aus dem Internet verpackt und die Pakete zur Post gebracht. Dann bin ich den ganzen Tag im Stand und habe verkauft. Da freut es einen dann ganz besonders, wenn kurz vor 21:30 Uhr die Durchsage kommt, dass der Markt nun schließe und man dann zu hören bekommt: "Jetzt machen die schon zu". Abgesehen davon, dass ich da noch keineswegs Feierabend hatte, ist so eine Aussage für mich schlicht eine Frechheit.

Ich bin der Meinung, dass der Stadtmarkt kein Tummelplatz für Eventgänger ist, sondern eine Einkaufsquelle für Menschen, die auf frische Ware Wert legen. Diese Klientel hat auch ausreichend Zeit für ihren Einkauf. Eventgänger, die am Samstag bis gegen Mittag im Bett liegen, und dann glauben, der Stadtmarkt müsse für sie bis 20 Uhr geöffnet sein, die sind in der City-Galerie besser aufgehoben.
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#15
(29.08.2019, 19:31)Martin schrieb: Es geht m. E. weniger um die Länge, als um den Timeslot als solchen. Warum muss von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein? Da sind "normale" Menschen in der Arbeit. Besser wäre von 11:00 Uhr Mittag bis 20:00 Uhr. Dann kann man das Geschäft mit dem Mittagessen und dem Abendessen mitnehmen und die Leute haben Zeit, nach der Arbeit noch etwas zu kaufen. Wer schlendert denn vor der Arbeit in Ruhe über einen Markt? Sicher nicht die Mehrheit.

Die gleiche Unsitte herrscht übrigens bei Flohmärkten. Da steht man am besten um 04:00 Uhr morgens auf, weil um 11:00 die ersten schon wieder einpacken. Bei uns gibts ab und an einen Nachtflohmarkt, den finde ich wirklich klasse.

Martin

Sie verstehen es einfach nicht. Am Markt wollen viele Kunden frische Sachen kaufen. Je frischer umso besser. Die frischen Waren holt der Markthändler morgens um 4.00 Uhr am Großmarkt. Dort muss er so früh sein, um die besten Waren für seine Kunden auszuwählen, später gibt es nur noch das was übrig blieb. Anschließend fährt er zurück nach Augsburg auf den Stadtmarkt und baut seinen Stand auf. Und auch wenn Sie es kaum glauben können: Um 7.00 Uhr kommen da schon die ersten Kunden, die die frischen Waren haben möchten. Die auch auf dem Bauernmarkt vorbeischauen, wo die Anbieter aus dem Umland kommen und bis längstens Mittag bleiben. Das Bäuerlein mit den Zwetschgen vom eigenen Zwetschgenbaum. Die kriegen Sie mit Ihren gewohnten Einkaufszeiten gar nicht zu Gesicht.

Wann soll jetzt nach Ihren Vorstellungen der Marktstand ein paar Stunden zumachen, damit nicht so viel Arbeitszeit investiert werden muss und was soll der Händler in der Zwischenzeit machen?

Flohmärkte sind Flohmärkte, finden einmal im Vierteljahr statt, haben keine verderblichen Waren - aber offensichtlich auch Anbieter, die irgendwann mal fertig werden wollen.
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#16
(29.08.2019, 20:12)Klartexter schrieb:
Nun ja, Martin, die Obst- und Gemüsehändler auf dem Stadtmarkt müssen morgens um 3 Uhr nach München, um dort in der Großmarkthalle frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Die Ware muss dann nach Augsburg gebracht werden und in den jeweiligen Ständen platziert werden. Der Händler hat also schon 5 Stunden Arbeit hinter sich, bevor das eigentliche Marktgeschäft beginnt. Nun sind ja nicht nur Obst- und Gemüsehändler aufdem Stadtmarkt, die Bäcker zum Beispiel dürfen da bereits ab 6 Uhr (da wird der Markt aufgesperrt) ihre Ware verkaufen. Dann gibt es diverse Imbissgeschäfte, die machen ihr Geschäft nur zwischen halb zwölf und zwei Uhr.

Und ganz deutlich: Wer nur über einen Markt "schlendern" will, der kann nicht als Alibi für längere Öffnungszeiten herhalten. Denn der Schlenderer bringt kein Geld in die Kasse von Händlern, er trinkt vielleicht ein Glas Sekt oder futtert eine Wurst, aber davon hat der Warenhandel rein gar nichts. Auf der Auer Dult in München hat man einige Jahre mal im Sommer die "lange Dultnacht" am Freitag gemacht, um neues Publikum zu gewinnen. Da waren dann Musikanten, Feuerschlucker und Clowns dabei, die ein Rahmenprogramm boten. Die Dult schließt dort normalerweise um 20 Uhr, bei der langen Nacht war erst um 23 Uhr Schluss. Ich habe um 20 Uhr meine Einnahmen gezählt und dann um 23 Uhr wieder, die Summen waren jedesmal identisch. Dafür "durfte" ich mir dann in München ein Hotelzimmer für knapp 100 Euro nehmen, weil der letzte Zug nach Augsburg um 23:11 Uhr ging und für mich nicht mehr erreichbar war.

Die Einzigen, die tatsächlich ein Geschäft machten, waren Imbiss- und Süßwarenstände. Nach einigen Jahren hat man die Sache wieder eingestellt, weil immer mehr Händler gemurrt haben. Ich weiß nicht, warum einige Zeitgenossen glauben, für ihr Vergnügen hätten andere Menschen kein Anrecht auf ein Privatleben. Als ich noch den Christkindlesmarkt beschickte, habe ich morgens um 9 Uhr den Stand betreten, Abfall entsorgt, Ware ausgepackt und den Stand für den Tag vorbereitet. Zuvor habe ich aber zuhause schon eine Stunde Ware hergerichtet, Bestellungen aus dem Internet verpackt und die Pakete zur Post gebracht. Dann bin ich den ganzen Tag im Stand und habe verkauft. Da freut es einen dann ganz besonders, wenn kurz vor 21:30 Uhr die Durchsage kommt, dass der Markt nun schließe und man dann zu hören bekommt: "Jetzt machen die schon zu". Abgesehen davon, dass ich da noch keineswegs Feierabend hatte, ist so eine Aussage für mich schlicht eine Frechheit.

Ich bin der Meinung, dass der Stadtmarkt kein Tummelplatz für Eventgänger ist, sondern eine Einkaufsquelle für Menschen, die auf frische Ware Wert legen. Diese Klientel hat auch ausreichend Zeit für ihren Einkauf. Eventgänger, die am Samstag bis gegen Mittag im Bett liegen, und dann glauben, der Stadtmarkt müsse für sie bis 20 Uhr geöffnet sein, die sind in der City-Galerie besser aufgehoben.

Akzeptiert. Ist einfach nicht meine Welt. Ich schlafe gerne mal bis Mittag, habe dann aber auch kein Problem, bis Mitternacht zu arbeiten. Vermutlich gewöhnt man sich an diese Frühaufsteherei. Wobei ich nicht verstehe, warum der Großmarkt in München so früh starten muss. Man könnte die ganzen abhängigen Prozesse einfach ein paar Stunden später starten. Mir kommt das teilweise so vor, als wäre das Hauptargument „Haben wir schon immer so gemacht“. Die Gesellschaft ist nicht mehr die, wie vor 50 Jahren.

Martin
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#17
(29.08.2019, 20:31)Martin schrieb: Akzeptiert. Ist einfach nicht meine Welt. Ich schlafe gerne mal bis Mittag, habe dann aber auch kein Problem, bis Mitternacht zu arbeiten. Vermutlich gewöhnt man sich an diese Frühaufsteherei. Wobei ich nicht verstehe, warum der Großmarkt in München so früh starten muss. Man könnte die ganzen abhängigen Prozesse einfach ein paar Stunden später starten. Mir kommt das teilweise so vor, als wäre das Hauptargument „Haben wir schon immer so gemacht“. Die Gesellschaft ist nicht mehr die, wie vor 50 Jahren.

Martin

Nein, kann man nicht, Martin. Denn die im Großmarkt gehandelte Ware kommt per LKW und wird dort nachts bereitgestellt. Die Händler kommen dort teilweise dann bis aus Niederbayern, Oberfranken und Schwaben, haben also auch entsprechende Strecken zurück zu fahren. Es geht ja auch darum, möglichst tagesfrische Ware anbieten zu können, denn manches Obst und Gemüse hat nur eine kurze Haltbarkeit. Ich weiß ja nicht, ob Sie morgens ab halb sieben schon mal in München unterwegs waren. Auf dem Mittleren Ring stehen Sie da im Dauerstau, auf der A 96 staut es sich morgens auf 10 Kilometer Länge und das auf allen drei Spuren! Auf der A 8 sieht es auch nicht besser aus. Wenn da also ein Händler erst um 8 Uhr am Großmarkt einkaufen wollte, hätte er zum einen nur noch das, was andere nicht wollten. Zum anderen kann er nur zu bestimmten Zeiten mit dem Fahrzeug auf den Stadtmarkt fahren, bei einer späteren Anfahrt nach München hätte er keine Chance mehr, das Fahrzeug beim Stand zu entleeren. Als ich noch meinen Stand in München hingestellt habe bin ich immer um 4:30 Uhr in Augsburg gestartet. Mit meinem Gespann bin ich dann gut durch München gekommen und war um 6 Uhr am Platz. Kollegen, die um 6 Uhr in Augsburg gestartet waren kamen erst gegen 9 Uhr auf den Platz.
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#18
(29.08.2019, 20:31)Martin schrieb: Akzeptiert. Ist einfach nicht meine Welt. Ich schlafe gerne mal bis Mittag, habe dann aber auch kein Problem, bis Mitternacht zu arbeiten. Vermutlich gewöhnt man sich an diese Frühaufsteherei. Wobei ich nicht verstehe, warum der Großmarkt in München so früh starten muss. Man könnte die ganzen abhängigen Prozesse einfach ein paar Stunden später starten. Mir kommt das teilweise so vor, als wäre das Hauptargument „Haben wir schon immer so gemacht“. Die Gesellschaft ist nicht mehr die, wie vor 50 Jahren.

Martin

Natürlich verändert sich Gesellschaft. Und es hat auch immer schon Morgenmenschen und Nachtmenschen gegeben, wobei die Nachtmenschen eher in der Minderheit waren. Der Mensch ist von seinen Anlagen eben eher nicht dafür ausgelegt, nachts aufzuleben. Er hat keine Sinnesorgane, um sich in der Nacht gut zurechtzufinden, ist keine Fledermaus, keine Eule - ohne elektrische Unterstützung geht da wenig.

Warum also hat nun die Gesellschaft auf einmal so einen großen Gefallen daran alles in die Nacht zu verlegen? Beispiel die angesprochenen Nachtflohmärkte auf denen man dann die dargebotenen Waren mit der Taschenlampe beurteilt? Was genau ist daran von Vorteil? Was hip?

Haben wir schon immer so gemacht ist für sich kein Argument. Aber es anders zu machen, nur um es anders zu machen auch nicht.
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#19
(29.08.2019, 22:07)Klartexter schrieb: Nein, kann man nicht, Martin. Denn die im Großmarkt gehandelte Ware kommt per LKW und wird dort nachts bereitgestellt. Die Händler kommen dort teilweise dann bis aus Niederbayern, Oberfranken und Schwaben, haben also auch entsprechende Strecken zurück zu fahren. Es geht ja auch darum, möglichst tagesfrische Ware anbieten zu können, denn manches Obst und Gemüse hat nur eine kurze Haltbarkeit. Ich weiß ja nicht, ob Sie morgens ab halb sieben schon mal in München unterwegs waren. Auf dem Mittleren Ring stehen Sie da im Dauerstau, auf der A 96 staut es sich morgens auf 10 Kilometer Länge und das auf allen drei Spuren! Auf der A 8 sieht es auch nicht besser aus. Wenn da also ein Händler erst um 8 Uhr am Großmarkt einkaufen wollte, hätte er zum einen nur noch das, was andere nicht wollten. Zum anderen kann er nur zu bestimmten Zeiten mit dem Fahrzeug auf den Stadtmarkt fahren, bei einer späteren Anfahrt nach München hätte er keine Chance mehr, das Fahrzeug beim Stand zu entleeren. Als ich noch meinen Stand in München hingestellt habe bin ich immer um 4:30 Uhr in Augsburg gestartet. Mit meinem Gespann bin ich dann gut durch München gekommen und war um 6 Uhr am Platz. Kollegen, die um 6 Uhr in Augsburg gestartet waren kamen erst gegen 9 Uhr auf den Platz.

Sehr interessant. Ein Einblick in eine Welt, die nicht die meine ist. Muss man wirklich mögen. 

Martin
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#20
(29.08.2019, 19:44)nomoi schrieb: Haben Sie nicht gelesen, wann die Markthändler vom Großmarkt München mit der Ware zurück kommen?
Sollen die in der Zeit bis zu der Ihnen genehmen ...    ja was wohl?

Meine Mutter ist vor -zig Jahren schon frühzeitig zum Markt geradelt,
wenn das Eingeweckte etc. vom vorigen Jahr, der Kartoffelkeller
- aus dem eigenen Schrebergarten, aufgebraucht war.
Hausfrauen, Elternteilzeitler gehen auch früh zum Markt, wenn der Salat noch "taufrisch."

Soll man auf die Hanseln warten, die aus dem Büro kommend, einen Cappu schlürfen wollen,
den Blumenstrauß für die Angebetete eh erst am Feierabend abholen, eher keinen....sonst aber nix?

Das Bewährte über Jahrzehnte muss wirklich nicht geändert werden.

Die Fastfood- Generation, die nicht selbst kocht,  sondern lieber ein Fertiggericht in die Mikrowelle schiebt, braucht doch auch keinen Markt mehr. Deswegen wird sich das Verhältnis immer mehr in Richtung " Fressstände" entwickeln, aber auch dort ist um 14 Uhr das Geschäft mehr oder weniger zu Ende. Bleiben noch die Bäcker und Metzger, aber auch für die reichen Öffnungszeiten bis 18 Uhr. Der Markt brummt tagsüber, ich würde nichts ändern. Und den freien Samstagnachmittag haben sich die Leute auch verdient.
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